Chronik des MFC auf dem Schnee 1929 e.V. im ADAC

 

Am 15. Januar 1928 trafen sich in dem kleinen zwischen Dortmund, Witten und Herdecke gelegnen Ort „Auf dem Schnee“ einige motorrad- und motorsportbegeisterte Freunde, um gemeinsame Ausfahrten zu veranstalten, an Geländeturnieren, Zuverlässigkeitsfahrten, etc. teilzunehmen und das gesellige Beisammensein zu pflegen.Sie erkannten schon damals die Bedeutung des ADAC und wollten sich diesem anschließen. Zunächst musste man jedoch zu einer Ortsgruppe erstarken. So schloss man sich erst einmal dem „Motorfahrerclub Schwerte im ADAC“ an. Sie fanden dort eine herzliche Aufnahme und kameradschaftliche Unterstützung. Nachdem sich weitere Gleichgesinnte zu ihnen gesellten, beschlossen sie am 20. September 1929 im Restaurant Becker, Auf dem Schnee, die Gründung einer eigenen Ortsgruppe.

Seit diesem Tag existiert der „Motorfahrer-Club Auf dem Schnee 1929 e.V. im ADAC“.

Der erste Vorstand bestand aus

Wilhelm Gräwingholt sen., 1. Vorsitzender
Heinrich Goldschmidt,  2. Vorsitzender
Fritz Hagemeier  Sportleiter
Hermann Becker  Schatzmeister
Willi Möller  Schriftführer
 

Fast wöchentlich wurde gemeinsame Ausfahrten unternommen. Eine echte Clubgemeinschaft wuchs heran. An vielen motorsportlichen Veranstaltungen im damaligen ADAC-Gau Westfalen-Lippe nahmen Fahrer unseres Clubs teil.

Es gehörte schon Mut und Unternehmungsgeist dazu, mit ihren verschiedenartigen Fahrzeugen –vornehmlich Motorräder- Tagestouren ins Sauerland oder zum Nürburgring zu starten. Oft musste gehalten werden, um Pannen zu beheben. Motoren waren heiß gelaufen, Keilriemen gerissen und mancher Platten musste infolge schlechter Straßen geflickt werden. Hier bewährte sich die Clubkameradschaft, wenn repariert oder abgeschleppt werden musste. Trotzdem ging es abends im Clublokal wieder hoch her.

Besonders beliebt war das Hohensyburg-Dreiecksrennen, an dem zum Beispiel im Jahre 1932 auch die Rennsportlegende Bernd Rosemeyer auf einem BMW-Motorrad teilnahm. Die Strecke führte von der Wittbräucke (Start und Ziel) über die Hohensyburg, Olpketal, Kirchhörde, Schanze und Herdecker Bach.

Ende 1933 kam dann ein Einschnitt in das Clubleben, den wohl jeder Verein in der damaligen Zeit registrieren musste. Der Gesamtclub des ADAC wurde aufgelöst, mit anderen Kraftfahrervereinigungen gleichgeschaltet und konnte unter der Bezeichnung DDAC (Der deutsche Automobilclub) seine unpolitische Tätigkeit weiterführen. Der 2. Weltkrieg 1939 bis 1945 nahm vielen Clubmitglieder das Fahrzeug, vielen nahm er aber weit Wertvolleres.

Die Clubkameraden unseres Vereins, die sich nach dem Krieg um ein Wiederaufleben des Clubs bemühten, standen zunächst noch ziemlich einsam da.
Im Sommer 1951 wurde dann unser Club unter dem Vorsitz des altbewährten Vorsitzenden Wilhelm Gräwingholt neu konstituiert. Unser heutiges Ehrenmitglied Waldemar Thiemann war bereits 1951 als Neugründungsmitglied mit von der Partie und hat uns bis heute seine Treue zum Club bewahrt.

Zu den alten Mitgliedern aus der Gründerzeit kamen immer mehr Neue hinzu. Als erste Veranstaltungen nach der Neugründung wurde z.B. 1951 eine sog. „Fuchsjagd“ veranstaltet. Schon 1952 konnte unser Club bei einer Veranstaltung des Nachbarclubs MSC-Herbede den Meistbeteiligungspokal erringen und war mit 9 Preisen auch der erfolgreichste Club. Auch bei der vom ADAC-Westfalen damals veranstalteten Fuchsjagd in Iserlohn erhielt unser Club den Meistbeteiligungspokal.

1953/1954 kam die Zeit der großen Motocross-Rennen. Fahrer unseres Clubs gingen regelmäßig bei solchen Veranstaltungen mit internationalen Starterfeldern an den Start. Im Jahre 1963 ging unser ehemaliges Clubmitglied Wolfgang Grypsch u.a. bei dem Hockenheim-Ring-Rennen, einem Lauf zum Deutschen Juniorenpokal der OMK in der Seitenwagenklasse an den Start.

Durch die immer weitere Verbreitung von PKW unter der Bevölkerung machte auch die PKWsierung vor unserem Club nicht halt. In den 60er Jahren wurde immer mehr an Veranstaltungen für PKW teilgenommen. Unsere Clubmitglieder organisierten Fahrten ins Blaue, Bildersuchfahrten und ähnliche Veranstaltungen für PKW.

Die seit 1955 durchgeführten Geschicklichkeitsturniere für Motorräder wurden auf PKW umgestellt. Bis ins Jahr 2005 veranstaltete unser Club jährlich ein PKW-Geschicklichkeitsturnier.

Im 50sten Jubiläumsjahr des Clubs, 1979, veranstalteten wir bereits den 25. Gaumeisterschaftslauf des ADAC-Westfalen-West. Zum damaligen Zeitpunkt nahmen Fahrer und Fahrerinnen unseres Club seit 25 Jahren an solchen Veranstaltungen teil.

In den Jahren1968 bis 1973 veranstalteten wir zusätzlich unsere jährliche Nachtorientierungsfahrt für PKW.

1973 schlossen sich die aktiven Ortsclubs des EN-Kreises, zu denen auch unser Club gehört, zu der Motorsportgemeinschaft Ennepe-Ruhr-Kreis zusammen.
Zu diesem EN-Pokal wurden Geschicklichkeitsturniere, Orientierungsfahrten (die damals eher einer heutigen Automobilrallye ähnelten) und vor allem Automobilslalomveranstaltungen gewertet.

Automobilslalomveranstaltungen führen wir noch heute regelmäßig durch. Bis heute sind es mehr als 30 erfolgreich durchgeführte Slalomveranstaltungen. In den Jahren 1976 und 1977 war unser Club der erfolgreichste Teilnehmer am EN-Pokal und konnte den Wanderpokal gewinnen.

Im Jahre 1979 gelang Lothar Dolenski der „große Wurf“. Von allen Slalomveranstaltunge, bei denen er an den Start ging, kam er auf einem Autobianchi Abarth als Klassensieger zurück. Außerdem gelang ihm mit seinem Beifahrer und unserem langjährigen Sportleiter Günter Bovensmann ein Gesamtsieg bei einer Club-Rallye.

Da es aufgrund behördlicher Auflagen und sich gestört fühlender Anwohner immer schwieriger wurde, geeignete Plätze für die Durchführung eines Automobilslaloms zu bekommen, gründeten unser Club, der ACAS Schwelm, der AMC Schwelm, der AC Hagen 05 und der AMC Hattingen in den 80ziger Jahren die Veranstaltergemeinschaft „Jörg-Frischkorn-Slalom-Pokal“.

Veranstaltungsort war jeweils die Go-Kart- Rennbahn in Hagen in der Selbecke. Teilnehmerzahlen von jeweils rund 100 Startern zeigten, dass es richtig war, dieser Veranstaltergemeinschaft, die sich gegenseitig hauptsächlich mit Manpower unterstützte, beizutreten. Noch heute richten wir jedes Jahr einen Automobilslalom aus, nunmehr allerdings auf dem ADAC-Verkehrsübungsplatz in Recklinghausen.

Auf dem Gelände der Deutschen Post AG im Industriegebiet Lennetal in Hagen veranstalten wir zudem seit mehreren Jahren jährlich einen Slalomlauf zum ADAC Youngster-Slalom-Cup, bei dem Jugendliche von 15 bis 23 Jahren auf drei Mazda 2 Motorsportluft schnappen können
(Info´s unter
www.youngster-slalom-cup.info).

Unser Club ist aber nicht nur im Motorsport aktiv, sondern bemüht sich auch intensiv um die Verkehrssicherheit, insbesondere derer von Kindern im Straßenverkehr. Bis vor wenigen Jahren war das alljährlich am letzten Sommerferienwochenende veranstaltet Sommerfest für Schulanfänger eine gut besuchte Veranstaltung.
Hier konnten sich die i-Dözken in einem Verkehrskindergarten, durch die Aufführungen der Verkehrspuppenbühne oder durch Teilnahme an einem Fahrradturnier langsam und spielerisch an die Bewältigung ihres neuen Schulweges herantasten. 13 Jahre lang stellten wir für die Kreisverkehrswacht Schwelm deren Herdecker Stützpunkt sicher.

Im Jahr 1982 wurde die Jugendgruppe des MFC für Kinder von 8 bis 18 Jahren gegründet. Eifrig wurde sofort an Go-Kart-, Fahrrad- und Mofaturnieren teilgenommen.

Trotz vieler großer Veranstaltungen und über den Clubrahmen hinausgehender Arbeit kam das eigentliche Clubleben aber nie zu kurz. So wurden viele Feste gefeiert und zahlreiche Clubausfahrten organisiert. Insbesondere die seit mehr als 30 Jahren immer noch jährlich stattfindende Nikolausfeier ist sowohl bei den Clubmitgliedern, insbesondere bei deren Nachwuchs, als auch bei Gästen sehr beliebt.

Im Jahre 2004 feierten wir das 75-jährige Jubiläum unseres Vereins. Unser Club zählt derzeit mehr als 70 Mitglieder. Unser mitgliederstärkstes Jahr hatten wir im Jahre 1967 mit insgesamt 101 Mitgliedern.

Im Clublokal, dem „Sportler-Treff“ in Herdecke- Kirchende treffen sich die Mitglieder an jedem zweiten Mittwoch im Monat ab 20.30 Uhr abends zum Führen von Benzingesprächen“. Wer Interesse hat, ist herzlich eingeladen, einfach mal vorbeizuschauen.

Unser Club ist heute mehr denn je auf motorsportinteressierten Nachwuchs angewiesen.

Interessenten sollten wissen, dass das Mindestalter 18 Jahre beträgt, um in den Club aufgenommen werden zu können. Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich derzeit auf 3 € im Monat.

Die Jugendgruppe nimmt Mitglieder ab 8 Jahren auf.